Samstag, 16. Mai 2009

Endspurt

Noch ein Abschlusspaper und eine UN-Simulationssitzung nächste Woche, dann hat sich das Kapitel UdeM für mich erstmal erledigt. Bis zum 1. Juni muss dann endlich mal meine Zwischenprüfung abgegeben sein, an genau dem Tag muss ich nämlich Mexiko verlassen. Könnte jetzt inzwischen ein mehrbändiges Buch über mexikanische Studierendenvisa schreiben, aber das wäre so zynisch, dass es völlig unlesbar wäre. Re-entry mit Touristenvisum sollte dann aber einfach sein. Kostet vermutlich 200 Peso, aber die investiere ich dann mal.

Erstmal wird es hier nicht ganz so viel zu lesen geben. Wie gesagt: viel zu tun, wenig Zeit interessante Sachen zu erleben. Und außerdem haben wir vergessen die Internetrechnung zu bezahlen und leben jetzt wie in den frühen 90ern.

Achja, habe meine Fotosammlung zu flickr migriert, gefällt wir irgendwie deutlich besser. Deswegen die neue Diashow rechts. Ist alles ein bisschen besser organiziert da. Schaut mal vorbei, freue mich immer über Kommentare, Contacts und wüste Beschimpfungen.

Good night and good luck.


Update
Auf wundersame Weise scheint unser Internet schon jetzt wieder zu funktionieren. Es gibt Dinge, die gehen hier echt schnell. Sind aber nicht viele.

Mittwoch, 13. Mai 2009

Presidente Legítimo

Hatte heute meine letzte Sitzung "politisches Marketing". Und zwar in Form eines KandidatInnen-Duells. Als Schlusspunkt einer Kampagne um die mexikanische Präsidentschaft, die wir in vier Gruppen gegeneinander organisieren mussten. Meine Gruppe kam auf die tolle Idee, mich zu ihrem Kandidaten zu wählen. War bis dahin wirklich ganz lustig. Jetzt aber hatte ich die Ehre, vor mehr als 70 Politikstudierenden von zwei extra eingeladenen Journalistinnen in die Mangel genommen zu werden. Und mich dann mit den anderen drei KandidatInnen verbal zu duellieren.
Hat recht gut geklappt eigentlich. Auch unser Blog mit TV-Spot kam gut an. Bei der abschließenden Wahl musste ich mich leider mit drei(!) Stimmen Rückstand geschlagen geben. Trotz des knappen Ergebnisses haben wir aber beschlossen mich nicht zum "presidente legítimo" auszurufen und eine Gegenregierung zu gründen.

Schon gar nicht in der Ferien. Die stehen nähmlich vor der Tür. Noch zweimal habe ich Uni, dann wird noch eine Hausarbeit geschrieben und sobald die eingetütet ist geht es los bis September Mexiko und Guatemala unsicher machen.

Dazu aber die Tage noch mehr. Und einen Bericht zu Real de Catorce habe ich noch auf Lager, die Fotos findet Ihr schon rechts. Bisher meine ertragreichste Fotoreise, dank Sonnenauf- und Untergängen sind mir ein paar echte Favoriten gelungen.

Freitag, 8. Mai 2009

UdeM Campus

Habe heute nach kaum 9 Monaten Studium hier das erste Mal meine Kamera mit an die Uni genommen. Und dann vergessen, dass ich sie dabei hatte. Ein paar Fotos sind doch auf wundersame Weise auf der Speicherkarte gelandet. Und ich will Euch natürlich nicht vorenthalten, wie es bei mir so aussieht auf dem Campus.

Donnerstag, 7. Mai 2009

Wetterbericht

Es ist heiß hier. Sehr heiß. Und weil in Deutschland ja wohl auch ein bisschen schönes Wetter ist, bin ich mal gemein.



Nur mal so als Vergleich. Beachte: Hier ist es nachts wärmer als in Frankfurt tags. Und trockener.

Achja: Die Uni hat wieder angefangen, an allen Eingängen wird man von Kopf bis Fuß desinfiziert und wer hustet muss sich erklären. Und das kann passieren, wenn draußen 40º C glühen und man in den Seminarräumen bei 15º C bibbert. Verdammte Schweinegrippe, verdammte Klimaanlagen. Man muss doch nicht frieren, nur weil man die technischen Möglichkeiten hat, oder? Vom Energieverbrauch mal ganz abgesehen…

Mittwoch, 6. Mai 2009

Grüße aus Hessen…

… heute im Gastbeitrag meines Vaters über seine drei Wochen hier. Viel Spaß.

Lieber Jan,

oder vielleicht doch besser „sehr geehrter Herr Reiseleiter“?


Puh, war das ein Bildungsurlaub! Gleich gestern, an meinem 1. Arbeitstag, habe ich mit meiner Personalabteilung/Fachbereich Personalentwicklung gesprochen um noch nachträglich Bildungsurlaub für meinen Mexikourlaub zu beantragen. Die erforderliche ausführliche Begründung dürfte nach diesem Reiseprogramm nicht schwer fallen:


Gleich zu Beginn in La Paz ein Highlight: Schwimm- und Schnorchelkurs mit Robben und Mantarochen. Rochen, die zu Tausenden versuchten fliegen zu lernen. So muss es gewesen sein als vor Jahrmillionen das Leben aus dem Meer aufs Land kam. Erinnerungen wurden wach an den Film „Open water“ als wir zusammen mit dem Skipper weit draußen im Meer von Bord sprangen um mit den Mantas zu schwimmen. Gut das der Skipper in unserem Fall die Leiter über die Bordwand hing.

Gelernt habe ich auch, dass die Züge in Mexiko grundsätzlich langsamer fahren als die Taxis. Wobei die Zugfahrt durch die Barrancas del Cobre auch gar nicht hätte schneller sein dürfen. Hätte man/frau doch dann die sagenhaften Ausblicke nicht genießen können und evtl verlorengegangene und abgestürzte Waggons in den Schluchten übersehen. Und dann Creel: So muss Babylon geklungen haben: Laut, fröhlich und ein Sprachenmischmasch aus spanisch, polnisch, englisch, französisch, italienisch und deutsch, äh hessisch! Und so wie es für uns klang wenn ein Mexikaner mit uns englisch sprach, muss es für einen Mexikaner geklungen haben wenn ein Hesse mit ihm spanisch spricht. Ach ja, die Gerüche in unserem Schlafsaal im Hostal vertieften diesen Multi-Kulti-Eindruck auch noch olfaktorisch. Besser riecht’s auf den Alpenvereinshütten auch nicht.

Was ich nicht gelernt, bzw. verstanden habe: Warum empfiehlt das Auswärtige Amt nur Busreisen 1. Klasse? Gibt es doch in den 2. Klasse-Bussen immerhin keine Fernseher die ununterbrochen 3.-klassige Actionfilme in ohrenbetäubender Lautstärke abspielen. Und die Stoßdämpfer sind dort bestimmt auch nicht wesentlich schlechter und die Frontscheiben haben bestimmt auch nur unwesentlich mehr Risse als in den Volvos der 1. Klasse. Überhaupt der öffentliche Nahverkehr! Taxifahrer, denen man grundsätzlich meistens den Weg zum gewünschten Fahrtziel erklären muss, die keine, oder oft nur vollkommen verschlissene Gurte haben, profillose Reifen (regnet ja sowieso nie in Monterrey) fahren, aber das ganze Armaturenbrett voller Heiligenbildchen und Kreuzen vollkleistern, wo findet man die: Nur in Mexiko!

Eine weitere wichtige Erfahrung war auch zu spüren wie man/frau sich mit 90+ fühlen wird: Stumm (die verstehen mich sowieso nicht), taub (hä, was hat der/die gesagt) und inkontinent (wegen Montezumas Rache☺). Und noch ständig den Betreuer/Reiseleiter um Taschengeld anbetteln zu müssen, weil man/frau ihm seine Reisekasse überwiesen hatte. Echt krasse Erfahrung!!


Dank deiner tollen Reiseleitung gingen die 3 Wochen viel zu schnell vorbei. Und dass Du für uns Alten in Zacatecas auch noch ein Gratiskonzert mit den ersten Boygroups der Musikwelt (würde man bestimmt heute so sagen) The Commodores und Kool and the Gang auf die Beine gestellt, setzte dem Ganzen (Dir!!) die Krone auf.


Danke Jan,


deine Kartoffel

(?versteh´ ich bis heute nicht, warum Du uns immer als deine Kartoffeln = papas) vorgestellt hast?)

Michi


Ach ja, wenn ich den Bildungsurlaub genehmigt bekommen habe, komme ich noch mal/wieder nach Mexiko, versprochen!! (Vorausgesetzt ich bekomme durch die Schweinegrippe kein Ringelschwänzchen)