Montag, 5. Juli 2010

Alex

Monterrey ist eine Stadt, die nicht so besonders gut auf große Mengen Wasser eingestellt ist. Der Nordosten von Mexiko besteht zum größten Teil aus Wüste und Bergen. Trotzdem gibt es im Sommer doch recht regelmäßigen Niederschlag (Wikipedia gibt für Monterrey einen durchschnittlichen Jahresniederschlag von 580mm an. Frankfurt am Main ist mit 610mm im Jahr nicht so viel nasser.). Monterrey hat aber kein so richtig ernstzunehmendes Kanalisationsystem und die harten, trockenen Wüstenböden nehmen nicht sehr schnell Wasser auf. Schon ein heftiger Schauer macht deshalb die Straße vor der Tür mitunter zu einem fast nicht zu überquerenden Sturzbach. Ich habe das ja selbst auch schon ein paar mal hautnah mitbekommen. Klick1, Klick2.

La tormenta tropical "Alex" se cobra su primera víctima en México y deja grandes daños
Foto: Globovisión, CC-by-nc-2.0

Wenn dann mal so richtig viel Wasser kommt wird es auch richtig ungemütlich. So geschehen ist das letzte Woche, als der erste Hurrikan der Saison, Alex, mit viel Wasser im Gepäck das mexikanische Festland erreicht hat. Zur Orientierung: Monterrey liegt vom Golf von Mexiko aus etwa 250km im Landesinneren. Wirbelstürme die in Nordmexiko an Land gehen bringen in der Regel zwar kurzzeitig starken Regen, aber auf Land verlieren sie schnell an Kraft und lösen sich dann einigermaßen zügig auf. Alex hat aber irgendwie ein bisschen längeren Atem gehabt und tagelangen Dauerregen mitgeschleppt. Und den hat der trockene Boden nicht so besonders toll verkraftet. Oben sieht man ein Bild vom Río Santa Catarina, der eigentlich kein Fluss, sondern ein seit Jahrzehnten ausgetrocknetes Flussbett ist. In der Mitte des Bildes sieht man Flutlichtmasten, die zu Fußballfeldern gehören, die inzwischen überall im Flussbett angelegt wurden. Und jetzt ziemlich sicher einfach nicht mehr da sind. Genau wie Märkte und andere Gebäude, die inzwischen einfach den trockenen Raum für sich gewonnen hatten.
Und die Straßen rechts und links des Río Santa Catarina, die beiden wichtigsten Verkehrsachsen der Stadt, hat sich das Wasser auch noch gleich geholt.

Reunión de Evaluación de las Zonas afectadas en Monterrey, Nuevo León
Foto: Gobierno Federal, CC-by-nc-sa-2.0.
(Großes Lob an die mexikanische Regierung für die Nutzung offener Lizenzen für ihre Fotos an dieser Stelle. Kann man ruhig nachmachen.)

Mehr Fotos gibt es unter anderem bei der Zeitung Milenio.

Monterrey muss sich also erst einmal wieder sortieren. Zum Glück hat der Katastrophenschutz wohl ganz gut funktioniert und alle gefährdeten Gebiete wurden rechtzeitig evakuiert. Aber der Sachschaden ist immens.

In Matamoros, direkt an der Küste, ist man viel Wasser eher gewöhnt. Da sieht das dann so aus:

La tormenta tropical "Alex" se cobra su primera víctima en México y deja grandes daños
Foto: Globovisión, CC-by-nc-2.0

Montag, 28. Juni 2010

Lückenfüller V

Pistil Macro 2

Eine neue Reihe Fotos für die Makro-Serie sind fertig. Hier. Dieses Mal aus Sulzbach.

Montag, 21. Juni 2010

Über die Wichtigkeit guter Rechtschreibung

Vor ein paar Tagen habe ich etwas im Netz gefunden, das mich sofort an meinen alten Deutschlehrer aus der Mittelstufe erinnert hat. Der hat unser immer wieder eingebläut, wie wichtig gute Rechtschreibung und gute Grammatik sind. Er sagte immer, irgendwann würde der Punkt in unserem Leben kommen, wo die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden würden. Danke, Herr G.. Schade, dass nicht jeder so einen Lehrer hatte. Denn manchmal liegen Erfolg und Misserfolg wirklich so nah beieinander, dass ein ganz kleines bisschen guter Deutschunterricht schon den Ausschlag geben kann.




Ganz schnell wird aus einem Mittel gegen Migräne, Kopfschmerz und Schwindel nämlich ein ganz normaler Migräne-Kopfschmerz-Schwindel. Und das ist natürlich etwas völlig anderes. Und als Geschäftsidee wohl nur dann tauglich, wenn sonst auch niemand den Unterschied erkennt.

PS: Wenn es interessiert, wie ich auf solche Seiten stoße: Man bekommt immer wieder tolle Geschäftsangebote gemacht, als Kreisvorstand bei den Grünen. Ich glaube, ich warte aber lieber noch ab. Nicht, dass ich irgendwann mit einem Kompetenzteam wie dem von BP arbeiten muss.

PPS: Nein, ich weiß auch nicht, wofür oder wogegen oder wie genau das Mittel "Schulkinder, Studenten" helfen soll. Direkt neben Raucherentwöhnung, Einschlafen & Durchschlafen und Migränelinderung. Auch wenn ich die böse Ahnung habe, dass das alles sehr eng zusammenhängen könnte.

Mittwoch, 16. Juni 2010

Lückenfüller IV

Flower Macro 7

Aufgenommen mit meinem eigenen Makroobjektiv-Bausatz. Also mit Telekonverter und umgedrehtem Objektiv.

Mittwoch, 9. Juni 2010

Von Berlin nach Mexiko und zurück - mit der Bahn

Chepe 10

Der Geschichte zweiter Teil:

Ich habe ja vor einer Weile schonmal auf gewisse Gemeinsamkeiten von Berlin und Mexiko hingewiesen. Scheinbar gehen die Ähnlichkeiten aber noch viel weiter.

Erschreckend viel weiter.

Die Zeit hatte im April einen großen Artikel über den Zustand der Berliner S-Bahn, die von der Deutschen Bahn so heruntergewirtschaftet wurde, dass sie in einem schlechteren Zustand ist, als nach Ende des Zweiten Weltkriegs:

"Am 25. April 1945 war die Rote Armee im Begriff, Berlin zu erobern. Die Stadt war eingekesselt, sie wurde von großkalibrigen Geschützen beschossen. In den fünf Jahren zuvor war sie mehr als 300-mal aus der Luft bombardiert worden, manchmal waren bis zu 1200 Flugzeuge gleichzeitig am Himmel. An jenem 25. April waren dennoch von 1118 sogenannten S-Bahn-Viertelzügen – das sind zwei aneinandergekoppelte Wagen – 267 einsatzfähig. Also etwa ein Viertel. Dass der Verkehr trotzdem am selben Tag eingestellt werden musste, lag nicht an den Kriegszerstörungen, sondern am Kohlemangel, es gab keinen Strom mehr.


Im September 2009 fuhren von 630 Viertelzügen noch 163 – 25,87 Prozent. Ohne Beschuss und Rote Armee."

Die Mexikaner hatten scheinbar eine ähnliche Idee. Und sind dabei aber natürlich cleverer. Statt das Material einfach nicht zu warten und gemächlich vor die Hunde gehen zu lassen, bauen die die Schienen einfach ab und verscherbeln den Stahl. Und damit es nicht gleich jeder merkt, nehmen sie erstmal Gleise von stillgelegten Strecken.

Der Spiegel Online schreibt dazu:

"Die Männer sollen in fünf mexikanischen Staaten Gleise aus dem 19. und 20. Jahrhundert abmontiert haben, die bereits außer Betrieb genommen waren. Allein im nördlichen Staat Chihuahua seien auf 385 Kilometern Gleisstrecke Schienen, Bolzen, Nägel und anderes Material entwendet worden."

Wenn die Deutsche Bahn irgendwann doch noch an die Börse geht, dann wird es das in Deutschland ja vielleicht auch geben. Und damit die Bahn an die Börse kann, muss eben die Berliner S-Bahn vergammeln. Und die ICE-Achsen, und ICE-Türen und… - ich glaube ich fange besser erst gar nicht richtig an.

Die Bewertung, ob nun der Diebstahl stillgelegter Gleise oder das mutwillige Sparen an Wartung (und effektiv damit der Fahrgastsicherheit) von mehr krimineller Energie zeugt, die überlasse ich einfach mal der LeserInnenschaft.

Ich bin jedenfalls froh bisher noch nicht aus einem ICE gefallen zu sein. Und mit dem wunderschönen Chepe zwei Mal durch Chihuahua gefahren zu sein, so lange der noch alle Gleiskilometer hat.