Mittwoch, 5. November 2008

Election Night

Wahlnacht in den USA, gerade für Mexiko nicht ganz unwichtig. Habe ganze drei Mexikaner kennengelernt, die offen Partei für John McCain ergreifen. Zwei sind Studenten (Brüder im Übrigen), die ein bisschen in Sarah Palin verknallt sind und der andere mein Prof für internationale politische Ökonomie. Und der konnte das auch ganz gut begründen aus mexikanischer Sicht. Wäre er US-Amerikaner, würde er nach eigener Aussage nämlich auch Obama wählen. Seiner Meinung nach unterscheiden sich die beiden Kandidaten in Bezug auf die Migrationspolitik nicht besonders. Mexiko als ernsthaften Partner auf Augenhöhe sieht wohl keiner der Kandidaten, den Grenzzaun finden beide nicht so tragisch. Zur auf beiden Seiten der Grenze ungeliebten Nordamerikanischen Freihandelszone schweigen sich beide aus - wohlwissend, dass eine Kündigung des Vertrags realistischerweise nicht in Frage kommt und auch eigentlich nicht wünschenswert ist.
Wirtschaftspolitisch hat Obama allerdings eine deutlich protektionistische Linie als McCain - und das ist für Mexiko mit einem gewissen Risiko verbunden. Außerdem würde Obama wohl auch von Mexiko einen deutlich größeren Einsatz im Kampf gegen den Terror fordern - auch das schmeckt dem Prof nur sehr bedingt.

Die Election Night Party an der Uni hat genau dieser Prof übrigens abgesagt. Eine Party ohne Bier (und Alkohol ist auf dem Campus strengstens verboten) mache seiner Meinung nach einfach keinen Sinn, da wolle er selbst nur äußerst ungern hin...

Bei den Amis hier ist das Bild gespalten, aber Obama erhält alles in allem schon wesentlich mehr Unterstützung. Bei den restlichen Austauschstudenten bin ich noch auf der Suche nach jemandem, der oder die ihre Stimme John McCain geben würde.


Eine Einschätzung aus New York gibt es beim geschätzten Domi.

Kommentare:

Michael hat gesagt…

Eigentlich heißt es doch: Wer die Wahl hat, hat die Qual. In Hessen ist derzeit alles anders. Die, die hier die Wahl gehabt hätten quälen sich nun lieber selbst und das gemeine Volk mit der Aussicht auf viele weitere Jahre bräsiger Kochpolitik. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal mit dem Gedanken spielen sollte nach gods own country auszuwandern.

jan hat gesagt…

Wieso, Ihr habt doch schon sehr bald wieder die Wahl... :-/
Wen ich wählen würde ist wohl kein Geheimnis, aber so langsam fällt mir auch nichts mehr ein, warum man was anderes wählen sollte. Manchmal verstehe ich das ja, aber in Hessen?
Wenn Du auswanderst, dann komm doch nach Mexiko. Politisch ist hier zwar alles genauso am Boden wie zu Hause (nur anders), dafür nehmen es die Leute mit viel Humor. Meistens jedenfalls.