Donnerstag, 27. August 2009

Sprachführer Mexiko Teil 2

¡No mames! - wörtl.: saug nicht!; Verwendung: Laber nicht!; Ausruf der Überraschung, des Unglaubens

Tope - wörtl.: Obergrenze; in Mexiko: Temposchwellen. Die Plage mexikanischer Strassen. Teilweise mitten im Nirgendwo auf autobahngleichen Landstrassen angebracht und nahezu unsichtbar bei schlechter Sicht. Echte Achsenkiller. In armen Gegenden häufiger anzutreffen als in reichen. Theorie eines mex. Freundes: "Bei den Reichen spielen keine Kinder auf der Strasse, die haben Playstations."

wey - eigentlich güey (=Bulle), wird aber dann Zeichenknappheit in SMS nur noch falsch geschrieben. Verwendung: Alter, Kumpel, Dude, etc.; Wird von Jugendlichen ungefähr 2,7x pro Satz verwendet. ¡Wey, no mames, wey!

pinche - negatives Adjektiv, wörtl.: erbärmlich. Wird in Mexiko inflationär eingesetzt und taucht ebenso wie wey und eine Form von chingar in quasi jedem Satz auf.

pendejo - eigentl.: Junge, in Chile: Schamhaar. In Mexiko ähnlich wie wey (s.o.) verwendet, aber meistens mit klart negativem Kontext.

chido - cool, kuhl, klasse, toll, spitzer, etc.

¡vergas! - wörtl.: Pimmel!; Ausruf des Missfallens.

Ich könnte das hier noch ewig weiterführen. Vom Spanisch anderer Länder unterscheidet sich das mexikanische vor allem durch einen fortgeschrittenen Mangel an Respekt (in Städten wird sich so gut wie nie gesiezt, Schimpfwörter sind im täglichen Leben omnipräsent (und wir reden hier nicht von einem hin und wieder fallengelassenen "Scheisse"). Mexikaner nehmen vor allem den Dialekt der Norteños (Leute aus dem Norden Mexikos) und der Chilangos (Leute aus Mexiko-Stadt) als wirklich bedrohlich war, Leute aus anderen spanischsprachigen Ländern ebenso. Für viele klingt mexikanisches Umgangsspanisch roh und ungebildet.

Montag, 24. August 2009

Einblicke

Wo ich doch schon dabei bin: Allererste Einblicke Guatemala. Zwangsläufig unvollständig, bin ja noch hier. Am wunderschönen Lago Atitlan übrigens.

Und in einer Woche werde ich schon wieder in Mexiko sein. Und in vier in Deutschland. ¡Qué miedo!

Sonntag, 23. August 2009

It never rains in southern California?

Tut es wohl. Es hagelt sogar manchmal. Es heiterem Himmel heraus quasi. Waren dann aber doch eher Einzelfälle. Im Norden Kaliforniens sieht das dann schon anders aus, im Yosemite National Park hat man besser eine Regenjacke dabei. Wir hatten aber Glück und dann richtrig angenehmes Wander- und Fotowetter. Und die erste Fotovorauswahl seht Ihr jetzt hier. Wie immer. Allerdings alles noch mit der alten Kamera.



Samstag, 22. August 2009

Mexikos Pazifikküste

Nochmal einigermassen schnelles Internet nutzen, bevor es morgen an den Lago Atitlan geht: hier eine winzige Vorauswahl an Fotos von der Pazifikküste Mexikos. Enjoy.


Freitag, 21. August 2009

Chiapas

Im Rückblick gehört Chiapas ganz sicher zu den interessantesten und schönsten Orten, an denen ich in Mexiko war. Habe mir jetzt mal ein bisschen Zeit genommen um endlich auch mal Fotos zu präsentieren. Sind jetzt also an gewohnter Stelle zu finden. Jedenfalls eine kleine Vorauswahl, damit Ihr einen bisschen Chiapas durch die Linse meiner neuen Kamera bewundern könnt. More to come...


Sprachführer Mexiko Teil 1

Aus der guatemaltekischen Distanz heute mal ein kleiner Sprachführer für Mexikos. Unvollständig, voreingenommen, schlecht recherchiert und garantiert nicht nutzlos. So wie immer also.

Ahorita - wörtl.: Verkleinerungsform von ahora = jetzt; keine übersetzbare Bedeutung. Wird für sofort, jetzt gleich, jetzt, gleich, später, sehr viel später und nie benutzt. Auch im Kontext nicht zu erschliessen.

Chingar - ficken; Universalvokabel. Als Substantiv, Verb, Adverb, Adjektiv einsetzbar, normalerweise mit negativer Bedeutung, kann aber von tödlicher Beleidigung (¡chinga tu madre!) über freunschaftliche verspielt (a la chingada) bis zu Lob (está chingón) reichen. Einsatz steigt umgekehrt proportional zum Bildungsgrad.

Hamaca - Hängematte; gleihbedeutend mit Bett, Stuhl, Liegestuhl, etc.; omnipräsent vor allem an den Küsten, stellt häufig die günstigste übernachtungsoption in Hostels und an Stränden dar (0-50 mex. Peso)

Multa - Bussgeld; richtiger und wichtiger mordida = Bestechungsgeld. Sofort zu bezahlender Betrag, der mit der Polizei verhandelbar ist und direkt in deren Taschen fliesst.

Dienstag, 18. August 2009

Todo es mentira, yo te digo...

Die drei grossen Lügen der Mexikaner (in dem Kontext ruhig mal un-gegendert).

  1. Mañana te pago. - Ich zahle morgen.
  2. La última y me voy. - Das letzte, dann gehe ich.
  3. La puntita, nada más. - Nur die Spitze, mehr nicht.

Sind mir von so ziemlich jedem Mexikaner bei besagtem "letzten Bier" erzählt worden. Vor allem Lüge Nummer drei ist ziemlich derb, hat klar schlüpfrige Intention. Aber genau so gefallen ihnen die Witze da. Chistes rojos, rote Witze, nennt man das in Mexiko.

Montag, 17. August 2009

Beobachtung

Im Minibus von Flores nach Lanquin in Guatemala sitzt neben mir ein Afroamerikaner aus Portland, Oregon und liesst ironischerweise "The Gambit Opening Repertoire for White".

Perfekter Tag

Aufwachen in der Hängematte bei Morgengrauen und den atemberaubenden Blick auf den Río Lanquín und die umliegenden, unfassbar grünen Berge geniessen. Einen Obstsalat mit frischem Obst aus der Region und Yogurt aus dem Dorf und selbstgemachtem Granola frühstücken, dazu einen frischgespressten Ananassaft trinken und einen tollen guatemaltekischen Bio-Kaffee schlürfen. Auf der Ladefläche eines Pickups stehend durch absolut beeindruckende Berglandschaften zu Höhlen gebracht werden, die man nur mit Kerzen erkundet. Dabei Wasserfälle hochklettern und in finsterste Abgründe springen. Ein wunderbares Sandwich mit frischen Zutaten und hausgemachtem Brot essen, als Nachtisch Schokolade aus dem Dorf nach traditionellem indigenen Rezept von ein paar Kindern kaufen. Dann auf einem aufgeblasenen Reifen durch den Fluss treiben und die absolute Ruhe und Schönheit der Natur geniessen. Von einer Brücke in den Fluss springen. Von einer Seilschaukel in den Fluss springen. Von einem Aussichtspunkt einen unvergesslichen Ausblick auf das Tal von Semuc-Champey und seine natürlichen Pools geniessen. Im unglaublich klaren Wasser der Pools schwimmen. Einfach glücklich sein, hier sein zu können.


Nachtrag: Dieser Beitrag ist völlig ironiefrei. Der letzte nicht. Scheint nicht überall auf Anhieb angekommen zu sein. Deshalb noch mal ganz deutlich und ehrlich: Guatemala ist auf eine schon fast unheimliche Art schön, die Menschen sind freundlich, hilfsbereit, warmherzig und einfach fantastisch und ich habe eine grossartige Zeit hier. Und damit noch ein land auf der Liste derer, in die ich unbedingt nochmal mit viel Zeit zurück kommen muss.

Donnerstag, 13. August 2009

Gefahrenlage

Guatemala ist gefährlich. In zwei Tagen hier bin ich so oft beklaut worden wie in Mexiko in mehr als einem Jahr. Als ich heute Morgen in Hostal Los Amigos (Die Freunde) in Flores aufgewacht bin, war mein rechter Flipflop weg. Dafür lag ein anderer da. Ähnliches Modell. ähnliche Grösse. Andere Farbe. Sieht ein bisschen komisch aus jetzt, könnte aber auch ganz rebellisch und cool sein. Bin modisch gerade nicht total informiert.

Ansonsten ist Guatemala auch irgendwie scheisse. In der ersten Nacht hat mich erst eine evangelikale Freikirche (die inzwischen fast die Hälfte der Bevölkerung abdecken) bis zehn Uhr mit einem wirklich lauten Gottesdienst wachgehalten. So im Stile von "There will be blood". Beängistgend. Habe kaum was verstanden weil der Priester so ins Mikro gebrüllt hat, aber es ging ziemlich rau zu. Ab zehn hat dann ein völlig bekloppter Hahn die ganze nacht durch geschriehen. Und ich meine nicht gekräht. Wenn er Luft geholt hat, haben die riesigen Frösche übernommen. Um 5 Uhr morgens ging es dann los nach Tikal. Regen und Hitze haben sich abgewechselt. Ein Pizote (Nasenbär) hatte den Mülleimer besetzt und ich musste meinen Müll einige Kilometer durch den Park tragen, auf riesige Tempel, vorbei an irre verzierten Palästen und auf Pyramiden. Und aufpassen, dass die Brüllaffen und Spinnenauffen und Nasenbären und Tucane und Aras ihn mir nicht entreissen. Völlig erschöpft von den Strapazen wurde ich im Hostal (in dem ich fast 3 Euro pro Nacht zahle und nur heute kostenloses Früstück hatte) wurde ich erst von einem Mosquito gestochen und dann passierte das, was die Nachwelt als den "Flip-Flop-Zwischenfall" erinnern wird.

Ich will wieder nach Mexiko. Ich nehme den direkten Weg. Also den, bei dem ich durch Canyons, natürliche Quellen, Vulkanegürtel, Kolonialstädte, Seen und indigene Dörfer komme. Schrecklich.

Samstag, 8. August 2009

Erkenntnis

Ich weiss jetzt, warum mir San Cristóbal de las Casas so verdammt gut gefällt, obwohl es eigentlich ziemlich touristisch ist. Die Stadt ist schön, klar. Die Landschaft drumherum ist ein einziger Traum, ok. Es gibt eine lebendige Kunst- und Musikszene. Das Hostel ist nett und die Gesellschaft auch. Aber irgendwie war da noch etwas, das mir irgendwie gefehlt hat. Gestern beim studieren der Speisekarte ist mir dann aufgefallen: San Cristóbal ist politisch. San Cristóbal ist ökologisch. Nicht vollständig natürlich, aber wenn ich das erste Mal seit wasweissichwielange mal wieder auf einer Speisekarte lesen kann: "Alle unsere Produkte kommen aus ökologischer Landwirtschaft in der Region. Es kann deshalb vorkommen, dass einige Gerichte auf der Karte nicht das ganze Jahr über verfügbar sind." Oder: "Unser Kaffee wird ausschliesslich aus zapatistischen Kooperativen aus dem Hochland Chiapas' bezogen. Wir zahlen nicht den Weltmarktpreis oder den Preis den grosse Organisationen als FairTrade bezeichnen, sondern wir zahlen den Preis, den die indigenen Produkteure von uns verlangen. Wir glauben, das dies der einzig faire Preis sein kann.", dann geht mir dosch schon das Herz auf und es wird nicht einfacher hier abzureisen.

Da ich in meiner (nur sehr schemenhaft existierenden) Reiseplanung aber schon etliche hundert Kilometer im Rückstand bin, geht es morgen weiter nach Palenque. Und dann nach zwei Tagen nach Guatemala, beginnend mit Flores und Tikal. In den letzten Tagen habe ich mir neben San Cris noch den Cañon del Sumidero angeschaut und mich tief beeindrucken lassen von der Schönheit der Natur in Chiapas. Einfach toll.

Freitag, 7. August 2009

Leseempfehlung VI

"50 Nachdenker" über Mexiko im Blog von Johannes. Ein wunderbares Sammelsurium der Merkwürdigkeiten der mexikanischen Gesellschaft. Absolut Lesenswert.

Ich bin übrigens inzwischen doch noch aus Zipolite losgekommen und im traumhaften San Cristóbal de las Casas eingetroffen. Um meine streng rationierten dreissig Internetminuten nicht überzustrapazieren gibt es jetzt, ist schliesslich eine Leseempfehlung, nur ein paar Links:

Bericht über San Cristóbal von Johannes

Fotos von Johannes

Fotos von Francois (so ab der Hälfte des Albums)

Demnächst dann wieder mehr von mir. Zum Beispiel über den Cañon Sumidero. Und weitere Begegnungen.

Sonntag, 2. August 2009

Zipolite

Irgendwie war das alles nicht so geplant. Eigentlich war überhaupt nichts geplant. Das könnte möglicherweise das Problem sein.
Ich bin jetzt seit über zwei Wochen in Zipolite. Die Idee war mal 5 Tage. Aber dann war es irgendwie noch ein bisschen netter hier als gedacht. Der Ort ist gemütlich, schön und lebendig, der Strand traumhaft, das Wetter klasse. Aber das gab es ja auch schon öfter auf der Reise.
Hier gab es aber zusätzlich noch jede Menge tolle Gesellschaft und eine wirklich beeindruckende Organisation (die Piña Palmera), bei der ich am Ende noch drei Tage bei der Durchführung eines Sommercamps für Kinder mit Behinderung aus der Region geholfen habe. War ein bisschen wie eine Mischung aus meiner Zivildienstzeit und Mexiko, sprich: klasse! Hat richtig Spass gemacht und mir innerhalb von 3 Tagen fast 1.000 Fotos beschert.
Eigentlich sollte es dann vorgestern Abend weitergehen nach San Cristobal de las Casas in Chiapas. Der Bus war aber leider ausverkauft. Der gestern auch. Heute fährt keiner. Ich fahre also erst morgen nacht weiter. Und es gibt wirklich schlimmeres.

Samstag, 1. August 2009

Hoffnung