Mittwoch, 6. Mai 2009

Grüße aus Hessen…

… heute im Gastbeitrag meines Vaters über seine drei Wochen hier. Viel Spaß.

Lieber Jan,

oder vielleicht doch besser „sehr geehrter Herr Reiseleiter“?


Puh, war das ein Bildungsurlaub! Gleich gestern, an meinem 1. Arbeitstag, habe ich mit meiner Personalabteilung/Fachbereich Personalentwicklung gesprochen um noch nachträglich Bildungsurlaub für meinen Mexikourlaub zu beantragen. Die erforderliche ausführliche Begründung dürfte nach diesem Reiseprogramm nicht schwer fallen:


Gleich zu Beginn in La Paz ein Highlight: Schwimm- und Schnorchelkurs mit Robben und Mantarochen. Rochen, die zu Tausenden versuchten fliegen zu lernen. So muss es gewesen sein als vor Jahrmillionen das Leben aus dem Meer aufs Land kam. Erinnerungen wurden wach an den Film „Open water“ als wir zusammen mit dem Skipper weit draußen im Meer von Bord sprangen um mit den Mantas zu schwimmen. Gut das der Skipper in unserem Fall die Leiter über die Bordwand hing.

Gelernt habe ich auch, dass die Züge in Mexiko grundsätzlich langsamer fahren als die Taxis. Wobei die Zugfahrt durch die Barrancas del Cobre auch gar nicht hätte schneller sein dürfen. Hätte man/frau doch dann die sagenhaften Ausblicke nicht genießen können und evtl verlorengegangene und abgestürzte Waggons in den Schluchten übersehen. Und dann Creel: So muss Babylon geklungen haben: Laut, fröhlich und ein Sprachenmischmasch aus spanisch, polnisch, englisch, französisch, italienisch und deutsch, äh hessisch! Und so wie es für uns klang wenn ein Mexikaner mit uns englisch sprach, muss es für einen Mexikaner geklungen haben wenn ein Hesse mit ihm spanisch spricht. Ach ja, die Gerüche in unserem Schlafsaal im Hostal vertieften diesen Multi-Kulti-Eindruck auch noch olfaktorisch. Besser riecht’s auf den Alpenvereinshütten auch nicht.

Was ich nicht gelernt, bzw. verstanden habe: Warum empfiehlt das Auswärtige Amt nur Busreisen 1. Klasse? Gibt es doch in den 2. Klasse-Bussen immerhin keine Fernseher die ununterbrochen 3.-klassige Actionfilme in ohrenbetäubender Lautstärke abspielen. Und die Stoßdämpfer sind dort bestimmt auch nicht wesentlich schlechter und die Frontscheiben haben bestimmt auch nur unwesentlich mehr Risse als in den Volvos der 1. Klasse. Überhaupt der öffentliche Nahverkehr! Taxifahrer, denen man grundsätzlich meistens den Weg zum gewünschten Fahrtziel erklären muss, die keine, oder oft nur vollkommen verschlissene Gurte haben, profillose Reifen (regnet ja sowieso nie in Monterrey) fahren, aber das ganze Armaturenbrett voller Heiligenbildchen und Kreuzen vollkleistern, wo findet man die: Nur in Mexiko!

Eine weitere wichtige Erfahrung war auch zu spüren wie man/frau sich mit 90+ fühlen wird: Stumm (die verstehen mich sowieso nicht), taub (hä, was hat der/die gesagt) und inkontinent (wegen Montezumas Rache☺). Und noch ständig den Betreuer/Reiseleiter um Taschengeld anbetteln zu müssen, weil man/frau ihm seine Reisekasse überwiesen hatte. Echt krasse Erfahrung!!


Dank deiner tollen Reiseleitung gingen die 3 Wochen viel zu schnell vorbei. Und dass Du für uns Alten in Zacatecas auch noch ein Gratiskonzert mit den ersten Boygroups der Musikwelt (würde man bestimmt heute so sagen) The Commodores und Kool and the Gang auf die Beine gestellt, setzte dem Ganzen (Dir!!) die Krone auf.


Danke Jan,


deine Kartoffel

(?versteh´ ich bis heute nicht, warum Du uns immer als deine Kartoffeln = papas) vorgestellt hast?)

Michi


Ach ja, wenn ich den Bildungsurlaub genehmigt bekommen habe, komme ich noch mal/wieder nach Mexiko, versprochen!! (Vorausgesetzt ich bekomme durch die Schweinegrippe kein Ringelschwänzchen)

Kommentare:

Michael hat gesagt…

He ihr Kommentatoren da draußen im WWW. Jan (und ich) will was lesen, oder ist der Bericht so schei.. und nicht der Rede wert?

Jonas hat gesagt…

hm, ich dachte es reicht wenn ich ihn einmal runter rede?

Ulle hat gesagt…

na dann mal ran an die kartoffeln! ;-)

lustig ist definitiv, dass beide gastbeiträge inhaltlich und vom aufbau her sehr ähnlich sind! eine sehr einheitliche, fast schon kollektive wahrnehmung und erinnerung des erlebten also! :-)

boah, ich beiß mir in den a..., dass ich chronisch nicht mit geld umgehen und deshalb nicht nach mexiko kommen kann ... shit!